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Mittwoch, den 6.11.2019 um 19 Uhr in der Bürgerstube des Vereins Ein Raum
für Mülheim!, Von-Sparr-Straße 56, 51063 Köln

Die „fünfte Jahreszeit“, in der es im Herbst noch einmal richtig grün
vor lauter Uniformen und schwerem Gerät wurde, hat sich in das
kollektive Gedächtnis vieler Generationen im Wendland eingebrannt.
Gorleben war jahrzehntelang der soziale Ort, an dem bei jedem
Castortransport das Ende der Atomkraft auf der Straße „verhandelt“
wurde. Das Gorleben-Kapitel ist auch 8 Jahre nach dem letzten
Castor-Transport in das Elbdorf noch lange nicht abgeschlossen. Der
geologisch fragwürdige Salzstock Gorleben-Rambow wird als Endlager durch
ein neues Suchverfahren hindurchgeschleppt.

Auch Castortransporte selbst gehören nicht der Vergangenheit an. Höchst
umstritten, aber noch lange nicht vom Tisch, sind Transporte aus Jülich
und Garching in das Gorleben – baugleiche Lager in Ahaus. 150 Behälter
mit verpressten Brennelementhülsen aus der Wiederaufarbeitung in La
Hague sollen ebenso nach Ahaus verfrachtet werden, obwohl die
Lagergenehmigung dort im Jahr 2036 ausläuft.

Ab 2020 sind auch Transporte aus La Hague bzw. der britischen
Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield geplant – zunächst nach Biblis,
später dann auch nach Philippsburg, Brokdorf und Isar, um dort
„kraftwerksnah“ gelagert zu werden. Eine weitere Einlagerung in
Gorleben, wo bereits 113 Behälter stehen, wurde nämlich gesetzlich
verboten. Vielleicht nur, um den Widerstand gegen das geplante Endlager
im Salzstock Gorleben-Rambow einzulullen.

Wolfgang Ehmke, langjähriger Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz,
hat, wie viele Bewegte und Unentwegte, eine besondere Beziehung zum
„Kastor“. Er hat einen Beziehungsroman geschrieben und wird in
Dannenberg, Bonn, Ahaus und Köln besondere Erlebnisse der einstigen
„Castor-Zeit“ vortragen.

Sein „Held“ pendelt zwischen dem Schanzenviertel in Hamburg und dem
Wendland hin und her. In seinen Träumen wirkt das Aktionsgeschehen rund
um den Castortransport 2011 nach. Zugleich ist es eine tragisch-komische
Liebesgeschichte, denn er verguckt sich in eine junge Künstlerin, muss
aber erfahren, dass diese Dorothea ein Verhältnis mit seinem besten
Kumpel hat. Unmerklich steuert Robert, der „Held“, auf eine persönliche
Katastrophe zu.

Personen und Spielorte sind kunstvoll miteinander verwoben. Kaum
merklich hat der Autor die Akzente verschoben, es ist auch ein Abschied
von der Stadt, eine Hinwendung zum Land. Der gehetzte „Held“ hält sich
an den ironischen Ausrufezeichen fest und sieht sich am Ende gerettet.

Ob das letztlich für den Gorleben-Konflikt in ähnlich tragisch-komischer
Form gelten wird?
Was bleibt ist die anhaltende Debatte um die Atommülllagerung.

Das Buch hat 130 Seiten, kostet 8.90 Seiten und ist im Köhring-Verlag
Lüchow unter der ISBN 978-3-926322-72-2 erschienen. Direktversand auch
über die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

Quelle:

Der Kastor kommt! Lesung und Diskussion