Informationsveranstaltung am 10.6.14 zum Beinahe GAU in Jülich

Wir fahren um 16:30 zur Veranstaltung ab Kalk-Post
Wer mitfahren will, bitte anmelden unter: antiatomplenumkoeln@gmx.de

Aus: Aachener Nachrichten

Der Störfallbericht über die Pannen am Jülicher Versuchsreaktor – betrieben von 1967 bis 1988 – hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Papier wurde von einer Expertengruppe erstellt, die alle verfügbaren Unterlagen in gut zweieinhalb Jahren ausgewertet hat.

FRAGEN STELLEN BIS SPÄTESTENS 5. JUNI
Wer Fragen zum Störfallbericht (abrufbar im Internet auf der Seite des Forschungszentrums: www.fz-juelich.de; hier Bereich „AVR-Expertengruppe“), sollte diese bis zum 5. Juni per E-Mail stellen – an: avr-expertengruppe@fz-juelich.de

Die Expertengruppe besteht aus vier Mitgliedern: Christian Küppers (Sprecher), Prof. Volker Heinzel, Lothar Hahn und Dr. Ing. Leopold Weil. Dr. Weil ist Ende April nach schwerer Krankheit verstorben.

Am 10. Juni dabei sind auch Karsten Beneke für den Vorstand des Forschungszentrums und Dieter Rittscher, Geschäftsführer der AVR GmbH.

Den Auftrag erhielt die Gruppe unter Vorsitz von Christian Küppers (Öko-Institut Darmstadt) vom Forschungszentrum Jülich und der Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR) GmbH. Nächste Woche Dienstag, am 10. Juni, findet ab 18 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung zu dem Bericht im Technologiezentrum Jülich (Karl-Heinz-Beckurts-Str. 13) statt. Der Eintritt ist frei.

Im Mittelpunkt stehen nächsten Dienstag zahlreiche Fragen, die bei der Expertengruppe eingegangen sind. Die Mitglieder der Gruppe versuchen an diesem Abend, diese Fragen nach Möglichkeit zu beantworten. Sie können noch bis zum 5. Juni eingereicht werden.

Die Kommission hat beim Betrieb des AVR zum Teil gravierende Mängel festgestellt. Es habe Vertuschungen und Manipulationen gegeben. So sei der Betreiber sei über Jahrzehnte nicht in der Lage gewesen, die Temperaturen in diesem Hochtemperaturreaktor zu messen, obwohl bekannt war, dass im Versuchsreaktor die Brennelemente ab 1600 Grad die Spaltprodukte nicht mehr zurückhalten und Strahlung freisetzen.

Der Dampferzeuger-Störfall von 1978 habe eine hochgefährliche Situation dargestellt und sei laut Kommission heruntergespielt worden – unter Duldung durch die damalige Aufsichtsbehörde beim Land Nordrhein-Westfalen. Damals sind 27.000 Liter Wasser durch ein Leck in den Reaktorkern gelangt. Außerdem trat in Folge dieses Störfalls verseuchtes Wasser aus und gelangte durch den Boden des Gebäudes in das Grundwasser und schließlich in die Rur. Das wurde allerdings erst 20 Jahre später per Zufall entdeckt, weil es überhaupt kein Überwachungsprogramm für die Umgebung gab.

Dieser Dampferzeuger-Störfall wurde damals in die niedrigste Kategorie eingeordnet, hätte aber in die zweithöchste oder höchste eingestuft werden müssen.

Die Reaktionen auf den Bericht der Expertengruppe reichen von Entsetzen und Entrüstung bis hin zu Übertreibung – hier stehen sich Atomkraftgegner, AVR-Kritiker, aber eben auch Wissenschaftler, die von der Beherrschbarkeit des Kugelhaufenreaktors überzeugt sind, gegenüber.

Auf Wunsch der Expertengruppe wird die Veranstaltung am 10. Juni von einem Vertreter der Tageszeitung vor Ort geleitet: unserem Redakteur Volker Uerlings.

Die Beantwortung der eingereichten Fragen soll laut Expertengruppe im Mittelpunkt stehen, es soll aber auch die Möglichkeit geben, direkt Fragen zu stellen.

AVR-Störfälle: Infoveranstaltung in Jülich – Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/juelich/avr-stoerfaelle-infoveranstaltung-in-juelich-1.841240#plx1203025889

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